Experten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Paul MeyerExperten fordern: Wälder und Moore sollen kritische Infrastruktur werden
Ein Expertengremium, das die deutsche Bundesregierung berät, fordert, natürliche Infrastruktur rechtlich als kritische Infrastruktur anzuerkennen. Demnach sollten Seen, Wälder und Moore ebenso wie Straßen und Energienetze in die Zivilschutzpläne aufgenommen werden. Ziel des Vorschlags ist es, Ökosysteme zu schützen, die die Grundlagen des Lebens sichern und extreme Ereignisse abmildern.
Bisher umfasst kritische Infrastruktur vor allem vom Menschen geschaffene Systeme wie Verkehrsnetze und Energieversorgung. Das Bundesinnenministerium definiert deren Ausfall als Risiko für die Grundversorgung. Das Gremium plädiert nun dafür, auch natürliche Infrastruktur in diese Kategorie aufzunehmen.
Die Expertinnen und Experten betonen die Rolle von Ökosystemen bei der Abfederung von Hitzewellen, Pandemien und anderen Krisen. Um deren Zerstörung zu verhindern, empfiehlt die Gruppe eine bundesweite Kartierung wichtiger Naturräume sowie den Aufbau von Frühwarnsystemen. Zudem wird geraten, die lokale Führungsebene stärker in die Entwicklungspolitik einzubinden.
Das Gremium fordert darüber hinaus einen Umstieg von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft. Investitionen in Erneuerbare und den öffentlichen Nahverkehr seien entscheidende Schritte. Sicherheitsmaßnahmen sollten folgen: Umweltrisiken müssten in die militärische Ausbildung integriert und der Schutz natürlicher Infrastruktur im Nationalen Sicherheitsrat priorisiert werden.
Die Vorschläge zielen darauf ab, Ökosysteme in die nationalen Schutzrahmen zu verankern. Ihre Anerkennung als kritische Infrastruktur würde sie mit bestehenden Schutzmaßnahmen gleichstellen. Dieser Schritt könnte helfen, Versorgungsengpässe und andere schwere Folgen eines Ökosystemkollapses zu verhindern.
