03 April 2026, 08:14

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung in stürmischen Zeiten der Pharmareform

Außenansicht der "Generics Apotheke" in einer städtischen Umgebung mit umliegenden Gebäuden, Infrastruktur und Fahrzeugen unter einem klaren blauen Himmel.

Franziska Erdle übernimmt ABDA-Führung in stürmischen Zeiten der Pharmareform

Franziska Erdle hat die Leitung der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) als neue Hauptgeschäftsführerin übernommen. Offiziell trat sie ihre Position am 1. Januar 2026 an – zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche vor enormen Herausforderungen durch die kürzlich verabschiedete Pharmareform steht. Die Apotheken warnen vor massiven finanziellen Belastungen durch die neuen Regelungen, sodass ihre Führung in einer kritischen Phase beginnt.

Bevor Erdle zur ABDA wechselte, stand sie als Hauptgeschäftsführerin an der Spitze des Wirtschaftsverbandes der deutschen Metallindustrie (WVM). Zuvor arbeitete sie von 2010 bis 2011 in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit und Rechtsfragen beim Deutschen Atomforum. Zudem war sie als politische Beraterin für die CDU-Abgeordneten Marie-Luise Dött und Sybille Pfeiffer tätig.

Die unter dem Namen PHARMREF bekannte Reform passierte im November 2025 den Bundestag und erhielt im Folgemonat die Zustimmung des Bundesrates. Zu den zentralen Maßnahmen zählen feste Handelsspannen, Rabattdeckel und die Pflicht zu digitalen Rezepten. Die Apotheker lehnen Teile der Reform vehement ab, insbesondere die Null-Prozent-Rabattregelung für bestimmte Medikamente sowie Kürzungen bei der Apothekenumlage. Zudem kritisieren sie die Einschränkungen bei Boni und warnen, dass die Änderungen die Umsätze um bis zu 10 Prozent schmälern und die Existenz ländlicher Apotheken gefährden könnten.

Erdle hat deutlich gemacht, dass sie sich für umfassende Nachbesserungen der Reform einsetzen wird. Geplant sind Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, um stärkere Schutzmechanismen für die Apotheken durchzusetzen. Parallel dazu will sie die ABDA in 14 spezialisierte Fachbereiche umstrukturieren, um die Effizienz zu steigern. Zudem strebt sie eine bessere interne Kommunikation an und lotet den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) für die Zukunft der Branche aus.

Als stellvertretende Hauptgeschäftsführerin wird Claudia Korf Erdle unterstützen und gemeinsam mit ihr die Auswirkungen der Reform auf lokale Apotheken und die Patientenversorgung angehen.

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Die neue ABDA-Führung steht unter immediate Handlungsdruck, um die Folgen der Pharmareform abzufedern. Erdles Strategie umfasst die Neuaufstellung des Verbandes, den Dialog mit der Politik und den Einsatz innovativer Technologien. Ob diese Maßnahmen greifen, wird entscheiden, wie gut sich die Apotheken an die bevorstehenden finanziellen und betrieblichen Herausforderungen anpassen können.

Quelle