Gericht verweigert Frau Auskunft über Samenspenden ihres biologischen Vaters
Maximilian BrandtGericht verweigert Frau Auskunft über Samenspenden ihres biologischen Vaters
Ein deutsches Gericht hat einer Frau, die Details über die Samenspenden ihres biologischen Vaters erfragen wollte, eine Absage erteilt. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied, dass sie kein rechtmäßiges Anrecht darauf habe, zu erfahren, wie oft seine Proben verwendet wurden. Der Fall betrifft Fruchtbarkeitsbehandlungen, die vor 2013 durchgeführt wurden – die entsprechenden Unterlagen sind inzwischen vernichtet.
Die Klägerin, die durch eine Samenspende gezeugt wurde, begehrte Auskunft darüber, wie häufig der Samen ihres biologischen Vaters eingesetzt worden war. Zudem wollte sie wissen, wie viele Lebendgeburten und beabsichtigte Schwangerschaften daraus resultierten. Ihr Ziel war es, die mögliche Anzahl ihrer Halbgeschwister zu ermitteln und zu vermeiden, diese unbewusst zu treffen.
Das Gericht erkannte zwar ihr Recht an, ihre biologische Abstammung zu kennen, wies jedoch ihren weitergehenden Antrag zurück. Die Richter urteilten, dass das deutsche Samenspenderregistergesetz keine Regelungen zur Häufigkeit der Nutzung von Spendersamen enthalte. Zudem stelle das Interesse der Klägerin, zufällige Begegnungen mit Verwandten zu vermeiden, kein rechtlich schützenswertes Bedürfnis dar.
Der beklagte Arzt hatte Samen desselben Spenders für weitere Fruchtbarkeitsbehandlungen verwendet. Das Gericht verwies jedoch darauf, dass die begehrten Informationen keine Gewissheit über die genaue Anzahl der Halbgeschwister bieten würden. Das Urteil ist rechtskräftig, eine weitere Berufung ist nicht möglich.
Die Entscheidung bestätigt, dass das geltende deutsche Recht Kliniken nicht verpflichtet, offenzulegen, wie oft Proben eines Samenspenders genutzt wurden. Der Antrag der Klägerin wurde abgewiesen, da weder die fehlenden Unterlagen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen ihre Forderungen stützen. Der Fall zeigt die Grenzen auf, die für Personen bestehen, die vor 2013 durch eine Spende gezeugt wurden und nach Informationen über ihre Herkunft suchen.






