Grüne werben gezielt um enttäuschte FDP-Wähler nach Wahldebakel
Maximilian BrandtGrüne werben gezielt um enttäuschte FDP-Wähler nach Wahldebakel
Die Grünen werben direkt um ehemalige Wähler der Freien Demokratischen Partei (FDP). Die Parteivorsitzende Franziska Brantner hat sie zum Seitenwechsel aufgefordert und dabei auf den deutlichen Niedergang der FDP bei den jüngsten Landtagswahlen verwiesen. Ihr Appell folgt auf schwere Verluste der Liberalen in zwei Schlüsselregionen.
Bei den Landtagswahlen 2026 erlitt die FDP herbe Niederlagen. In Baden-Württemberg verlor sie acht ihrer neun Mandate und schrumpfte von neun auf nur noch einen Sitz zusammen. In Rheinland-Pfalz fiel die Partei von sieben auf einen einzigen Abgeordneten zurück. Insgesamt stellt die FDP in beiden Landesparlamenten nun nur noch zwei Abgeordnete – im Vergleich zu 16 in der vorherigen Legislaturperiode.
Durch die Verluste sind in den Landtagen beider Regionen nur noch vier Parteien vertreten: CDU, Grüne, SPD und AfD. Brantner wies darauf hin, dass der Liberalismus in diesen Gremien an Einfluss verloren habe. Sie betonte, dass die liberale Demokratie – in der Bürger Eigenverantwortung tragen und der Staat nicht dominiert – starke Unterstützung brauche.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Grünen ehemalige FDP-Wähler umwerben. Schon der frühere Parteichef Cem Özdemir hatte in der Vergangenheit einen ähnlichen Aufruf gestartet. Nun erneuert Brantner den Vorstoß und präsentiert die Grünen als tragfähige Alternative für alle, die liberale Grundsätze schätzen.
Der steile Absturz der FDP eröffnet rivalisierenden Parteien die Chance, ihre früheren Anhänger zu gewinnen. Brantners Einladung zeigt, dass die Grünen die enttäuschten Liberalen für sich gewinnen wollen. Dieser Wandel könnte die politischen Bündnisse in beiden Ländern noch vor der nächsten Wahlperiode neu ordnen.






