06 May 2026, 08:32

"Heimat": Wie ein Restaurantname in Mainz Hass und Vandalismus auslöst

Ein Berliner Restaurant mit Holztischen und -stühlen in der Nähe eines großen Fensters, das eine Straßenszene mit Fußgängern, Gebäuden und städtischen Elementen zeigt.

"Heimat": Wie ein Restaurantname in Mainz Hass und Vandalismus auslöst

Ein Mainzer Restaurant namens Heimat gerät seit seiner Eröffnung massiv in die Kritik. Besitzer Veli Ivecen, der kurdisch-türkische Wurzeln hat, wählte den Namen, um Wärme und Zugehörigkeit zu vermitteln – doch stattdessen löste er damit Feindseligkeit von mehreren politischen Seiten aus. Die Angriffe eskalierten zu Vandalismus, Online-Belästigung und sogar nazistischen Beleidigungen gegen ihn und sein Team.

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Ivecen eröffnete Heimat, um deutsche, türkische und kurdische Aromen in einem Ort für alle zu vereinen. Der Name, der auf Deutsch Zuhause bedeutet, sollte ein neutrales, einladendes Zeichen setzen. Doch Kritiker warfen dem Restaurant politische Provokation vor und stellten infrage, warum türkische und kurdische Elemente in der deutschen Küche Platz hätten.

Die Attacken wurden schnell persönlich. Die Fassade des Restaurants wurde mit dem Spruch „Das hier ist mein Zuhause, nicht deins“ besprüht – eine Parole, die Ivecen später entfernen musste. Vor seiner Tür wurde ihm der Hitlergruß gezeigt, und er selbst wurde als Nazi beschimpft – eine bittere Ironie angesichts seiner eigenen Herkunft. Im Netz fluteten Hassnachrichten seine privaten Instagram- und E-Mail-Postfächer, während Fremde ihn auch im echten Leben konfrontierten.

Anfangs dachte Ivecen aufgrund der anhaltenden Feindseligkeit darüber nach, das Restaurant umzubenennen. Doch je mehr die Kritik zunahm, desto entschlossener wurde er, an Heimat festzuhalten. Er betont, dass er konstruktives Feedback zur Küche willkommen heißt – die aktuellen Angriffe jedoch eine Grenze überschreiten. Die Hetze kommt aus allen Richtungen und zwingt ihn und sein Team, einen Sturm zu bewältigen, den sie nie erwartet hätten.

Die Kontroverse ebbt nicht ab; Heimat ist längst zum Zankapfel größerer gesellschaftlicher Debatten geworden. Ivecen bleibt dennoch seinem ursprünglichen Ziel treu: ein Ort, an dem Menschen aller Hintergründe gemeinsam essen können. Vorerst serviert das Restaurant weiterhin seine Fusion-Küche – trotz des anhaltenden Hasses.

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