Influencer-Paar nach Kuss aus Schwarzwald-Therme verwiesen – war es Homophobie?
Paul MeyerInfluencer-Paar nach Kuss aus Schwarzwald-Therme verwiesen – war es Homophobie?
Ein virales Video, das zeigt, wie ein schwules französisches Influencer-Paar aus einer deutschen Thermenlandschaft gewiesen wird, hat eine hitzige Debatte entfacht. Léo und Arno behaupten, sie seien Anfang März 2026 aus dem Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt entfernt worden, nachdem sie sich dort geküsst hätten. Der Vorfall verbreitete sich rasant in den sozialen Medien, erreichte Millionen von Aufrufen und löste zehntausende Kommentare aus, in denen der Einrichtung Homophobie vorgeworfen wurde.
Laut Schilderung des Paares wurden sie wegen eines kurzen, harmlosen Kusses herausgegriffen. Ihr auf Instagram und TikTok veröffentlichtes Video zeigt, wie Mitarbeiter auf sie zukommen, bevor sie aufgefordert wurden, das Gelände zu verlassen. Online zeigten sich viele Nutzer solidarisiert und verurteilten das Vorgehen der Therme als diskriminierend; zahlreiche Stimmen forderten besseren Schutz für LGBTQ+-Besucher.
Der Betreiber der Anlage, Chef Jochen Brugger, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Er betonte, das Paar habe wiederholt gegen Hausregeln verstoßen, darunter Verhaltensvorschriften und Badeordnungen. Brugger versicherte, die Einrichtung heiße alle Gäste unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung willkommen, und es gebe keine spezifischen Richtlinien, die sich gegen gleichgeschlechtliche Paare richteten.
Der Konflikt der unterschiedlichen Darstellungen hat eine breitere Diskussion über Zuneigungsbekundungen in Freizeiteinrichtungen ausgelöst. Schwesterbetriebe wie die Badewelt Sinsheim präzisierten ihre eigenen Regeln und betonten, dass sexuelle Handlungen für alle Gäste untersagt seien. Bis Mitte März 2026 wurden jedoch keine flächendeckenden Änderungen in den Antidiskriminierungsrichtlinien deutscher Thermen bekannt.
Trotz der Kontroverse hat der Vorfall internationale Aufmerksamkeit erregt. In den sozialen Medien wird weiterhin debattiert, ob die Entfernung gerechtfertigt war oder ein Akt der Vorurteile darstellte.
Die Auseinandersetzung bleibt ungelöst – sowohl das Paar als auch die Thermenleitung halten an ihren Versionen der Ereignisse fest. Die weite Verbreitung des Videos hält die Diskussion am Leben, auch wenn es bisher keine offiziellen Anpassungen in den Richtlinien deutscher Freizeiteinrichtungen gegeben hat. Vorerst dient der Vorfall als Kristallisationspunkt in den anhaltenden Debatten über Inklusion und Verhalten in öffentlichen Räumen.






