Kulturminister Weimer in der Kritik: Buchpreis-Streit und Berlinale-Eingriffe entfachen Debatte
Jakob BraunKulturminister Weimer in der Kritik: Buchpreis-Streit und Berlinale-Eingriffe entfachen Debatte
Wolfram Weimer, der Staatsminister für Kultur und Medien, steht wegen seiner jüngsten Entscheidungen zunehmend in der Kritik. Mehrere Kulturorganisationen und Politiker haben sich gegen sein Vorgehen ausgesprochen, darunter die Absage der Verleihung eines bedeutenden Buchpreises sowie Versuche, in die Programmgestaltung der Berlinale einzugreifen. Trotz der wachsenden Vorwürfe haben Bundeskanzler Olaf Scholz und CDU-Chef Friedrich Merz ihn öffentlich unterstützt.
Der Streit begann, als Weimer die Verleihungsfeier des Deutschen Buchhandlungspreises absagte. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels reagierte mit scharfer Verurteilung und bezeichnete seine Maßnahmen als Angriff auf die literarische Freiheit. Zudem wurde bekannt, dass er durch den Verfassungsschutz Prüfungen bestimmter Buchhandlungen veranlasst haben soll, was zu deren Ausschluss von der Preisvergabe führte.
Gleichzeitig berichteten Medien, Weimer habe versucht, Tricia Tuttle, die Leiterin der Berlinale, abzulösen. Zwar hat die Bundesregierung die Vorwürfe offiziell nicht kommentiert, doch die Grünen-Politiker Claudia Roth und Sven Lehmann kritisierten ihn für die Untergrabung der Unabhängigkeit des Festivals. Auch der SPD-Abgeordnete Carsten Schneider wies Weimers Äußerungen bei einer entsprechenden Veranstaltung zurück.
Weitere Vorwürfe kamen von der Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes. Sie forderten Weimer auf, als Redner bei der Gedenkfeier zur Befreiung des ehemaligen Konzentrationslagers zurückzutreten. Seine Entscheidung, den Ausbau der Nationalbibliothek Leipzig zu stoppen, verstärkte die Ablehnung zusätzlich.
Im Bundestag verteidigte Friedrich Merz Weimer und argumentierte, ein Kulturstaatsminister werde stets eine polarisierende Figur bleiben. Auch Olaf Scholz sprach ihm seine Unterstützung aus und hob seine Verdienste für den Kulturbereich hervor.
Trotz des wachsenden Widerstands bleibt Weimer im Amt. Seine Befürworter betonen, seine Arbeit finde breite Anerkennung, während Kritiker seinen Einfluss auf kulturelle Einrichtungen weiterhin infrage stellen. Die Debatte um seine Amtsführung zeigt keine Anzeichen einer Entspannung.






