Milliarden für Sprit-Subventionen – während Schienenprojekte auf Geld warten
Maximilian BrandtMilliarden für Sprit-Subventionen – während Schienenprojekte auf Geld warten
Die deutschen Sprit-Subventionen haben die Steuerzahler Milliarden gekostet – mit kaum nachhaltigem Nutzen. Gleichzeitig klagen wichtige Schienenprojekte wie der Ausbau des Hannover Hauptbahnhofes über massive Finanzierungslücken. Die Debatte über die Prioritäten der öffentlichen Ausgaben hat dadurch an Schärfe gewonnen.
Die jüngste Senkung der Kraftstoffsteuer wird voraussichtlich 1,6 Milliarden Euro kosten. 2022 verschlang eine ähnliche Subvention über 3 Milliarden Euro, ohne langfristige Anreize zu schaffen. Zudem behielten Mineralölkonzerne einen Teil der Steuerentlastung ein, sodass Verbraucher nur geringfügig profitierten. In derselben Zeit verbuchten die Ölunternehmen dank des Iran-Konflikts zusätzliche Windfall-Gewinne in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.
Die für Sprit-Subventionen ausgegebenen Mittel hätten anders eingesetzt werden können. Alternativen wären die Senkung der Strompreise oder Investitionen in die Schieneninfrastruktur gewesen. Die kürzlich modernisierte Bahnstrecke Berlin–Hamburg verfügt etwa noch immer nicht über eine moderne digitale Signaltechnik – aus Budgetgründen. Der Hannover Hauptbahnhof, ein zentraler Engpass für den Schienenverkehr in Norddeutschland, sieht sich nun mit einer Finanzierungslücke von 2 Milliarden Euro für seinen Ausbau konfrontiert. Im Haushalt 2027 sind für das Projekt keine Mittel vorgesehen.
Investitionen in die Schiene bringen langfristige Vorteile und sichern zuverlässige Transportwege in Krisenzeiten. Die aktuellen Finanzierungsengpässe verdeutlichen die Abwägungen bei der Verwendung öffentlicher Gelder. Die Steuerzahler haben bereits Milliarden für kurzfristige Sprit-Hilfen ausgegeben – mit minimalem Ertrag.
