25 March 2026, 12:18

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen den Preis

Plakat zur Pflegeschwesterwoche 2020 mit zwei Fotos von Pflegern auf der linken Seite und dem Text "Mitgefühl, Expertise, Vertrauen" auf der rechten Seite, mit einem Logo in der rechten unteren Ecke.

Neues Gesetz entlastet Pflegeheime – doch Ärzte zahlen den Preis

Ein neuer Gesetzentwurf soll es Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, Rezepte für Bewohner von Pflegeheimen direkt an Apotheken zu übermitteln. Die Änderung ist Teil des Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetzes (ApoVWG) der Bundesregierung. Zwar zielt die Maßnahme darauf ab, den bürokratischen Aufwand in Pflegeeinrichtungen zu verringern – doch sie bringt für das medizinische Personal zusätzliche Aufgaben mit sich und erhöht die Kosten für den Staat.

Bisher müssen Pflegeheime Rezepte bei Ärzten abholen und an Apotheken weiterleiten. Das neue System vereinfacht diesen Prozess, indem Ärzte E-Rezepte künftig direkt über die abgesicherte Telematikinfrastruktur (TI) an die Apotheken übermitteln können. Eine technische Prüfung stellt dabei sicher, dass für den Bewohner ein Versorgungsvertrag vorliegt, bevor das Rezept versandt wird. Das Pflegeheim erhält weiterhin eine Benachrichtigung – sofern der Bewohner nicht widerspricht.

Jedes E-Rezept verursacht jedoch einen zusätzlichen Zeitaufwand von etwa einer halben Minute in den Arztpraxen. Das Bundesgesundheitsministerium rechnet dadurch mit höheren Personalkosten in Höhe von 9,7 Millionen Euro. Gleichzeitig sparen Pflegeheime rund 5 Millionen Euro, da der Umgang mit Papierrezepten entfällt. Unter dem Strich bedeutet dies für den Staat Mehrkosten von 4,7 Millionen Euro.

Die Regelung gilt vorläufig, bis die Pflegeheime bis zum 1. Januar 2029 vollständig in den speziellen Dienst eingebunden sind. Aktuell nutzen erst 22 Prozent der deutschen Apotheken (etwa 5.500 von 25.000) regelmäßig das KIM-System für sichere Kommunikation – darunter auch die direkte Rezeptabwicklung für Pflegeheimbewohner.

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Die Neuregelung verlagert administrative Aufgaben von den Pflegeheimen auf Ärzte und Apotheken. Zwar reduziert sie den manuellen Umgang mit Rezepten, doch steigen dadurch die Kosten für das Gesundheitssystem. Die Bundesregierung plant, die Regelung zu überprüfen, sobald die Pflegeheime 2029 vollständig in den digitalen Service integriert sind.

Quelle