Ostdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben im dritten Krisenjahr
Maximilian BrandtOstdeutsche Chemieindustrie kämpft ums Überleben im dritten Krisenjahr
Chemieindustrie in Ostdeutschland steckt im dritten Krisenjahr in Folge
Hohe Kosten, schwache Nachfrage und globale Spannungen bringen die Unternehmen an den Rand des Ruins. Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich der Sektor erholen kann oder weiter schrumpft.
Der Umsatz der chemischen und pharmazeutischen Industrie in Ostdeutschland erreichte 2025 zwar 28,5 Milliarden Euro. Doch das leichte Wachstum von 0,5 Prozent ging allein auf das Konto der Pharmabranche zurück. Die klassische Chemieproduktion brach um etwa drei Prozent ein – die Werke laufen nur noch zu 72 Prozent ihrer Kapazität.
Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strengere Vorschriften setzen der Branche schwer zu. Der internationale Wettbewerb macht es lokalen Betrieben zusätzlich schwer, profitabel zu bleiben. Geopolitische Risiken wie der anhaltende Nahostkonflikt verschärfen die Lage weiter.
Nur jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung. Stattdessen haben die Entlassungen bereits begonnen: Noch beschäftigt die Branche rund 63.000 Menschen – doch die Zahl sinkt. Ein Funke Hoffnung keimt in Leuna auf, wo InfraLeuna und Leuna-Harze zwei insolvente Tochterfirmen von Domo übernehmen wollen. Gelingt die Rettung, könnte das ein dringend benötigtes positives Signal für die angeschlagene Industrie sein.
Die kommenden Monate werden für das Überleben vieler Chemieunternehmen in Ostdeutschland entscheidend sein. Die mögliche Wiederbelebung von Domo in Leuna könnte zwar etwas Entlastung bringen – doch die grundsätzlichen Herausforderungen bleiben. Ohne tiefgreifende Veränderungen droht der Sektor weiter zu schrumpfen, mit Folgen für Arbeitsplätze und regionale Wirtschaft.






