24 March 2026, 10:17

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte stärken Demokratie durch historische Bildung

Polizisten in Uniform mit Mund-Nasen-Schutz und Mützen stehen vor einem Gebäude, einige halten Kameras, mit einem Banner an einer Säule, Geländern, Pflanzen, Bäumen und Deckenlampen im Hintergrund.

Polizei Reutlingen und Gedenkstätte stärken Demokratie durch historische Bildung

Neue Partnerschaft stärkt Demokratie und historisches Bewusstsein in der Polizei

Am 18. März 2026 unterzeichneten Professorin Dr. Benigna Schön Hagen von der Initiative Gedenkstätte Friedhof X und Polizepräsident Udo Vogel vom Polizeipräsidium Reutlingen eine Kooperationsvereinbarung, um Demokratie und geschichtliches Verantwortungsbewusstsein in den Polizeireihen zu fördern. Das Abkommen ist Teil eines übergeordneten Projekts, das Toleranz und Verständigung unter den Beamtinnen und Beamten vertiefen soll.

Die Vereinbarung ist in das landesweite Programm "Strategische Patenschaften für Demokratie und Toleranz" eingebettet, das 2024 ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, im Polizeipräsidium Reutlingen demokratische Werte, Toleranz und interkulturellen Austausch zu stärken. Bereits fünf sogenannte "strategische Paten" wurden geschult, um die Initiative zu leiten und Fortbildungen für das gesamte Personal anzubieten.

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Zu den geplanten Aktivitäten zählen Besuche von Ausstellungen, Gastvorträge sowie Exkursionen zu historischen Stätten, die mit der NS-Verfolgung verbunden sind. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Ausstellung "Grenzenlose Anatomie: Tübinger Wissenschaft und Nationalsozialismus", die aufgrund großen öffentlichen Interesses bis 2027 verlängert wurde. Die Schau entstand aus einem vierjährigen Forschungsprojekt und dient als zentraler Erinnerungsort an die NS-Verbrechen in Tübingen.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Polizeipräsidiums Reutlingen wurden regelmäßig geführte Rundgänge durch die Ausstellung organisiert. Polizepräsident Udo Vogel betonte den Wert solcher Besuche für die politische Bildung und die Festigung rechtsstaatlicher Prinzipien. Professorin Schön Hagen bedankte sich für die Unterstützung und hob hervor, wie wichtig diese für die nachhaltige Wirkung der Ausstellung sei.

Die Partnerschaft markiert einen offiziellen Schritt zur Verankerung historischer Bildung in der Polizeiausbildung. Beamtinnen und Beamte erhalten nun strukturierten Zugang zu Aufarbeitungsmaterialien über die NS-Geschichte und ihre Lehren. Die Initiative läuft zunächst bis mindestens 2027, mit Aussicht auf eine langfristige Zusammenarbeit.

Quelle