Sicherheitsdebatte im Schienenverkehr: Warum Verkehrsminister gegen Zweierteams in Zügen sind
Paul MeyerSicherheitsdebatte im Schienenverkehr: Warum Verkehrsminister gegen Zweierteams in Zügen sind
Forderung nach schärferen Sicherheitsregeln in deutschen Zügen stößt auf Widerstand der Verkehrsminister
Die Initiative für strengere Sicherheitsvorschriften im deutschen Schienenverkehr trifft auf Ablehnung seitens der Verkehrsminister. Gewerkschaften hatten gefordert, Zugbegleiter künftig nur noch im Zweierteam einzusetzen, und verwiesen dabei auf die zunehmende Bedrohungslage für das Personal. Doch die Verantwortlichen lehnten den Vorschlag ab – mit Verweis auf hohe Kosten und betriebliche Herausforderungen.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) setzt sich seit Längerem für eine verpflichtende Zweierbesetzung in Zügen ein. Gewerkschaftschef Martin Burkert wies auf die täglichen Risiken hin, denen Mitarbeiter ausgesetzt seien – von verbalen Angriffen bis hin zu körperlicher Gewalt. Seine Forderung ist Teil eines umfassenderen Appells für besseren Schutz des Personals.
Die Deutsche Bahn hatte kürzlich Körperkameras für Servicekräfte eingeführt und die Kontrollen von Ausweisdokumenten bei Fahrkartenprüfungen vorerst ausgesetzt. Diese Maßnahmen wurden von der Verkehrsministerkonferenz grundsätzlich begrüßt, gleichzeitig wies man jedoch auf die finanzielle Belastung durch weitere Schritte hin. Zudem wird derzeit über eine verbesserte Videoüberwachung in Bahnhöfen diskutiert.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will die neuen Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April prüfen. Eine bundesweite Regelung zu Mindestpersonalstärken lehnen die Minister jedoch kategorisch ab. Sie argumentieren, starre Vorgaben würden die Haushalte belasten und den Betrieb beeinträchtigen – trotz der berechtigten Sicherheitsbedenken der Gewerkschaften.
Bisher hat kein Bundesland offiziell Stellung zu dem abgelehnten Vorstoß bezogen. Die Bundesregierung betonte hingegen, dass die aktuellen Ausgaben im vorgesehenen Budgetrahmen lägen.
Die Debatte um die Sicherheit von Zugpersonal bleibt damit weiter kontrovers: Während Gewerkschaften und Behörden uneins sind, bieten die jüngsten Maßnahmen der Deutschen Bahn zumindest teilweise Entlastung. Doch die Finanzierung umfassender Reformen bleibt ein zentraler Streitpunkt. Die Minister wollen zunächst die Wirkung der bisherigen Änderungen evaluieren, bevor über weitere Schritte entschieden wird.






