18 March 2026, 18:16

Streit um Apotheken-Streik: Baden-Württemberg verbietet Schließungen am 23. März

Eine Gruppe von Männern geht einen hell erleuchteten Krankenhausflur entlang, mit einer Tür auf der rechten Seite und Informationsschildern auf der linken Seite, die besorgt aussehen.

Streit um Apotheken-Streik: Baden-Württemberg verbietet Schließungen am 23. März

Apotheken in Baden-Württemberg sollten sich am bundesweiten Streik durch Schließungen am 23. März beteiligen – doch das Sozialministerium erteilte über die Landesapothekerkammer (LAK) ein Schließungsverbot, das kurzfristig zu einer Kehrtwende zwang. Die Entscheidung löste bei Apothekeninhabern und Mitarbeitenden Frust aus; einige wollen trotz des Verbots Protestaktionen durchführen.

Der geplante Streik sollte auf die missliche Lage im Apothekensektor aufmerksam machen. Viele Betriebe in Baden-Württemberg wollten sich dem Aufruf der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) anschließen und für einen Tag schließen. Doch durch das Einschreiten des Ministeriums sah sich der Landesapothekerverband (LAV) gezwungen, die Schließungen komplett abzusagen.

Daniel Hölzle, Inhaber der Tiergarten-Apotheke in Konstanz, kritisierte die LAK und den LAV scharf, weil diese die Haltung des Ministeriums nicht mit einer unabhängigen rechtlichen Prüfung anfochten. Seine Tiergarten-Apotheke werde am 23. März dennoch geschlossen bleiben, während seine Kaufland-Apotheke in Singen nur mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten werde. Zudem forderte Hölzle den Rücktritt des LAV-Vorstands und warf diesem vor, die Situation falsch gehandhabt zu haben.

Auch Ariel Wagner, Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA), äußerte sich empört über die Ministeriumsentscheidung, die sie als "empörend" bezeichnete. Der Schritt des Landes habe die Dynamik des Protests zunichtegemacht und viele engagierte Teilnehmer entmutigt. Besonders frustrierend sei, dass man sich damit vom gemeinsamen Vorgehen der ABDA distanziere – ein Rückschlag für die kollektive Interessenvertretung.

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Hölzle plant, in lokalen Medien wie dem "Südkurier" über die anhaltenden Proteste und die Herausforderungen für Apotheken zu informieren.

Durch das Schließungsverbot müssen die meisten Apotheken in Baden-Württemberg am 23. März geöffnet bleiben. Dennoch wehren sich einige Inhaber wie Hölzle mit Teilschließungen oder eingeschränktem Betrieb. Der Konflikt offenbart die Spannungen zwischen Staatsbehörden, Apothekerverbänden und Einzelbetrieben – ein Streit um Protestrechte und branchenspezifische Sorgen.

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