Telematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten bis 2027 verlängert – warum die Verzögerung nötig war
Jakob BraunTelematikinfrastruktur: Frist für Therapeuten bis 2027 verlängert – warum die Verzögerung nötig war
Deutschland hat die Frist für Therapeuten und Anbieter von medizinischen Hilfsmitteln verschoben, sich an die Telematikinfrastruktur (TI) anzuschließen. Der neue Stichtag ist nun der 1. Oktober 2027 – fast zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Die Verzögerung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Umsetzungsprobleme bei der Einführung elektronischer Rezepte für Therapie- und Heilmittel.
Ursprünglich sollten alle 90.000 betroffenen Therapeuten und medizinischen Fachkräfte bis Anfang 2026 an die TI angebunden sein. Doch wegen fortlaufender Rückschläge bei der Einführung der E-Rezepte wurde die Frist verlängert. Zwar gibt es keine genauen Zahlen, doch bis Ende 2024 hatte nur ein Bruchteil der Anbieter das System freiwillig eingeführt.
Der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) begrüßt die Fristverlängerung und sieht darin die Chance, die Infrastruktur zu verbessern. Der Verband ruft alle Beteiligten auf, die zusätzliche Zeit sinnvoll zu nutzen und letzte Hürden rechtzeitig zu überwinden. Auch das Deutsche Medizinrechenzentrum (DMRZ) wirbt trotz der verlängerten Frist für eine frühzeitige Anbindung.
Für den IT-Dienstleister Cherry hat die Verschiebung finanzielle Folgen: Das Unternehmen rechnet mit Millionenverlusten, gleicht diese aber durch die beschleunigte Umsetzung lukrativer Projekte aus. Dazu zählen etwa die Vermarktung der Terminal-Management-Software (TMS) und des TI-Messengers (TIM). Langfristig verspricht die TI jedoch Vorteile wie einen schnelleren Zugriff auf lebenswichtige Patientendaten in elektronischen Akten.
Die verlängerte Frist gibt den Anbietern nun bis Oktober 2027 Zeit, sich an die TI anzuschließen. Verantwortliche betonen, wie wichtig es ist, diese Phase zu nutzen, um das System zu stabilisieren und künftige Störungen zu vermeiden. Ziel der Verzögerung ist eine reibungslosere Einführung und ein größerer Nutzen für Therapie- und Hilfsmitteldienste.






