Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet Insolvenz nach jahrelanger Krise an

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Eine Maschine mit verschiedenen Bauteilen und Kabeln, die vor einem weißen Hintergrund angezeigt wird.

Traditionsunternehmen Mayer & Cie. meldet Insolvenz nach jahrelanger Krise an

Mayer & Cie., traditioneller deutscher Maschinenbauer mit 120-jähriger Geschichte, meldet Insolvenz an

Der Maschinenhersteller Mayer & Cie. hat am 23. September 2025 beim Amtsgericht Hechingen ein Eigenverwaltungsverfahren eingeleitet. Die Geschäftsführung bleibt zwar im Amt, wird jedoch von Sanierungsexperten unterstützt, um den Betrieb zu stabilisieren.

Die finanziellen Probleme des Unternehmens reichen Jahre zurück. Bereits 2022 gingen die Aufträge zurück, was 2023 zur Einführung von Kurzarbeit führte – eine Maßnahme, die später auf alle Abteilungen ausgeweitet wurde. Zwei zentrale Faktoren belasteten die Umsätze schwer: Dumpingpreise bei chinesischen Textilmaschinen-Importen sowie die galoppierende Inflation in der Türkei, dem wichtigsten Absatzmarkt von Mayer & Cie. Gemeinsam führten diese Entwicklungen zu einem Umsatzeinbruch von 50 Prozent.

Der Sanierungsspezialist Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger übernimmt als generalbevollmächtigter Vertreter die operative Steuerung. Zusammen mit der vorläufigen Insolvenzverwalterin Ilkin Bananyarli leitet er die Geschäfte. Mucha hat zudem eine Finanzspritze in Höhe von 100 Millionen Euro gesichert, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Die 280 Beschäftigten erhalten für die nächsten drei Monate Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Als Gründe für die Krise nennt Mayer & Cie. unter anderem die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie die Folgen des Ukraine-Kriegs. Scheitert die Sanierung innerhalb der dreimonatigen Frist, droht die endgültige Schließung des Unternehmens.

Das Insolvenzverfahren ermöglicht es Mayer & Cie., den Betrieb fortzuführen, während nach einer Lösung gesucht wird. Die Mitarbeiter erhalten vorläufig finanzielle Unterstützung, doch das Unternehmen steht unter Zeitdruck: Gelingt die Rettung nicht innerhalb von drei Monaten, könnte der 120 Jahre alte Maschinenbauer für immer seine Tore schließen.