08 April 2026, 00:21

Von Fischerei bis Straßenfußball: Deutschlands neue Kulturschätze sind überraschend alltagsnah

Altes Buch mit Schwarz-Weiß-Fotos von formell gekleideten Individuen und begleitendem Text.

Von Fischerei bis Straßenfußball: Deutschlands neue Kulturschätze sind überraschend alltagsnah

Deutschland hat mehrere neue Traditionen in seine Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Der Staatsminister für Kultur, Wolfram Weimer, und die Deutsche UNESCO-Kommission gaben diese Woche die neuesten Anmerkungen bekannt. Dazu gehören die Fischerei in der Ostsee, das Straßenfußballspiel sowie ein skurriler Jahrmarktsaufruf, der einen "Jungen Mann für Reisen" sucht.

Die Kultusministerkonferenz hat die neuen Eintragungen offiziell bestätigt. Neben langjährigen Bräuchen wie den Laternenumzügen zu St. Martin im Rheinland zählt nun auch das handwerkliche Schneiderhandwerk für Herrenmode zu den geschützten Traditionen. Diese Anerkennung hat in Nachbarländern Diskussionen ausgelöst, wo ähnliche Bräuche gepflegt werden.

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Weitere Neuzugänge spiegeln den deutschen Alltag wider. Der Aufruf "Junger Mann für Reisen" – eine eigenwillige Anzeige zur Nachwuchssuche in der Schaustellerkultur – wurde wegen seiner historischen Bedeutung aufgenommen. Gleichzeitig erhielt auch der Straßenfußball auf dem Bolzplatz, ein fester Bestandteil vieler Stadtviertel, offiziellen Status.

Nicht alle Vorschläge setzten sich jedoch durch. Trotz großer Beliebtheit scheiterte etwa die SPD-Festwurst am Sommerfest an der Bewilligung staatlicher Förderung. Noch kontroverser war kürzlich Weimers Entscheidung, ein Übersetzungsprojekt für palästinensische Autor:innen aus dem Berliner Hauptstadtkulturfonds zu streichen – was zu öffentlichen Protesten führte. Sein Umgang mit Kulturerbe hat zu einigen überraschenden Ausschlüssen geführt.

Die aktualisierte Liste umfasst nun 140 anerkannte Traditionen – von regionalem Handwerk bis zu verspieltem Gemeinschaftsleben. Die Entscheidungen zeigen sowohl die Vielfalt der deutschen Kultur als auch die Debatten darüber, was als schützenswertes Erbe gilt.

Quelle