Warum die AfD trotz aller Kritik weiterhin Anhänger gewinnt – eine alarmierende Analyse
Jakob BraunWarum die AfD trotz aller Kritik weiterhin Anhänger gewinnt – eine alarmierende Analyse
Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum rechtsextreme Bewegungen wie die Alternative für Deutschland (AfD) trotz Kritik weiterhin Zulauf erhalten. In seinem jüngsten Werk "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie das Vertrauen in Institutionen schwindet und damit den Aufstieg solcher Gruppen befördert. Seine Studie wirft zudem Licht auf größere politische Verschiebungen – etwa den Aufstieg von Figuren wie Donald Trump.
El-Mafaalani argumentiert, dass es nicht ausreicht, die Versagen der AfD oder ähnlicher Gruppen aufzudecken, sobald diese an die Macht kommen. Anhänger in dem, was er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet, glauben nicht mehr an traditionelle Systeme – weder an Gerichte, Medien noch an die Wissenschaft. Stattdessen verlassen sie sich ausschließlich aufeinander und auf Parteien, die ihr Misstrauen noch verstärken.
Digitale Medien haben bei dieser Entwicklung eine zentrale Rolle gespielt. Zum ersten Mal können misstrauische Einzelne sich mühelos vernetzen, organisieren und ihre Ansichten verbreiten. Diese Strukturen festigen ihre Haltung und machen es unwahrscheinlicher, dass sie ihre Position überdenken – selbst wenn die AfD ihre Versprechen nicht einhält.
Das Buch zeigt auf, wie populistische Strategen gezielt das öffentliche Vertrauen untergraben. Indem sie Institutionen angreifen, erzeugen sie einen Teufelskreis: Das Misstrauen wächst, und alternative Bewegungen erscheinen als einzige gangbare Option. El-Mafaalanis Erkenntnisse legen nahe, dass herkömmliche politische Gegenmaßnahmen – wie Faktenchecks oder Widerlegungen – diesen Trend oft nicht aufhalten können.
Seine Forschung deutet darauf hin, dass es mehr braucht als den Nachweis der Inkompetenz der AfD, um das Vertrauen dieser Wähler zurückzugewinnen. Der tief verwurzelte Skeptizismus in den "Gemeinschaften des Misstrauens" besteht unabhängig von tatsächlichen Ergebnissen fort. El-Mafaalanis Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit neuer Strategien, um dem Vertrauensverlust in demokratische Institutionen entgegenzuwirken.






