Zwei Denkmäler, zwei Erinnerungen: Kolumbus in Washington und NS-Opfer in Brandenburg
Jakob BraunZwei Denkmäler, zwei Erinnerungen: Kolumbus in Washington und NS-Opfer in Brandenburg
Auf Anordnung von US-Präsident Donald Trump wurde in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus aufgestellt. Die Maßnahme erfolgt während anhaltender Proteste gegen rassistische Ungerechtigkeit und einer breiteren Debatte über die koloniale Vergangenheit Amerikas. Unterdessen erinnert in Brandenburg ein weniger bekanntes Denkmal weiterhin an die Opfer von Zwangsarbeit während der NS-Zeit.
Anfang Juli verfügte Trump die Aufstellung der Kolumbus-Statue neben dem Eisenhower Executive Office Building. Die Entscheidung folgte landesweiten Black-Lives-Matter-Demonstrationen nach dem Tod von George Floyd im Mai. Italienischstämmige Amerikaner unterstützen den Schritt öffentlich und argumentieren, er feiere das italienische Kulturerbe.
Auf der anderen Seite des Atlantiks steht eine schlichte Stahlfigur an einer ländlichen Straße in Brandenburg. Seit 2018 erinnert sie an die Menschen, die in den 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Darunter war auch Jutta Baumwol, die später nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Ihr Bruder initiierte das Denkmal, das heute als Ort der Besinnung dient.
Zweimal im Jahr versammeln sich Besucher an der Statue: am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und am Tag der Befreiung (8. Mai). In diesem Mai hätte Jutta Baumwol ihren 101. Geburtstag gefeiert – ein weiterer Anlass, der die Aufmerksamkeit auf den Ort lenkt. Die Figur steht am Eingang des Guts, ein stiller Mahnmal für diejenigen, die dort litten.
Die beiden Denkmäler – das neu aufgestellte in Washington und das seit Langem bestehende in Brandenburg – verdeutlichen gegensätzliche Umgangsweisen mit historischer Erinnerung. Während das Kolumbus-Denkmal ein umstrittenes Erbe betont, bewahrt die Stahlfigur in Deutschland die Geschichten der NS-Opfer. Beide regen weiterhin Diskussionen darüber an, wie Gesellschaften sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen.






