BBC streicht Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – war es Zensur oder Notwendigkeit?
Jakob BraunBBC streicht Monkhouse-Folge wegen eines umstrittenen Witzes – war es Zensur oder Notwendigkeit?
Eine Folge von Die Reparaturwerkstatt, in der die handschriftlichen Witzesammlungen von Bob Monkhouse vorgestellt wurden, wurde Anfang 2024 von der BBC zurückgezogen. Der Entschluss folgte nach einer Beschwerde eines Produktionsmitarbeiters, der einen der Witze als sexistisch empfand. Anfangs löste die Entscheidung Empörung unter Komikern und Medienkommentatoren aus – Prominente wie Jim Davidson und Al Murray verurteilten sie als Zensur.
Die Kontroverse weitete sich später zu einer grundsätzlichen Debatte über den Ausgleich zwischen kulturellem Erbe und modernen Sensibilitäten aus. Bis März 2026 war das Thema jedoch weitgehend aus der öffentlichen Diskussion verschwunden, ohne dass eine klare Lösung gefunden wurde.
Der betroffene Beitrag drehte sich um zwei Bände von Monkhouses Witzesammlungen, die seine Adoptivtochter Abigail Williams und sein langjähriger Schreibpartner Colin Edmond in die Sendung mitgebracht hatten. Diese handschriftlichen "Arbeitsmappen" enthielten tausende Witze, Karikaturen und Skizzen, die Monkhouse von den frühen 1960er-Jahren bis zu seinem Tod 2003 zusammengetragen hatte. Die Bücher waren 1995 einmal abhandengekommen, woraufhin Monkhouse eine Belohnung von 10.000 Pfund für ihre Rückgabe aussetzte. Nach einem anonymen Hinweis wurden sie anderthalb Jahre später wiedergefunden.
Die Restaurierung der Bücher sollte eigentlich eine Hommage an Monkhouse sein, doch ein Mitarbeiter der Produktionsfirma Ricochet beanstandete einen Witz als sexistisch – daraufhin wurde der gesamte Beitrag gestrichen. Ricochet erklärte später, dass die Auswahl der vorgestellten Objekte zum üblichen Produktionsprozess gehöre. Die BBC unterstützte die Entscheidung mit dem Verweis auf die Rücksichtnahme gegenüber allen Zuschauern.
Die öffentliche Reaktion fiel schnell und gespalten aus. Kritiker warfen der BBC Überempfindlichkeit vor, während andere argumentierten, dass veraltete Inhalte neu bewertet werden müssten. Die Diskussion erfasste bald nicht mehr nur die konkrete Folge, sondern berührte grundsätzliche Fragen dazu, wie historisches Material in modernen Medien behandelt werden sollte. Mit der Zeit flaute die Kontroverse jedoch ab, sodass die Folge ungesendet blieb und die Debatte ohne Ergebnis endete.
Der gestrichene Beitrag von Die Reparaturwerkstatt ist bis heute nicht zu sehen, und die BBC hat ihre Entscheidung nicht revidiert. Monkhouses Witzesammlungen, einst ein geschätzter Teil seines komischen Erbes, wurden so zum Kristallisationspunkt für die Auseinandersetzung über Zensur und kulturelle Bewahrung. Stand März 2026 gibt es keine weiteren Schritte – die Folge bleibt abgesetzt.






