24 March 2026, 08:15

Frauen dominieren die Apothekenbranche – doch Lohnungleichheit bleibt

Farbcodierte 2017-Europa-Karte, die den Geschlechtergleichheitsindex anzeigt, mit erklärendem Text auf der linken Seite.

Frauen dominieren die Apothekenbranche – doch Lohnungleichheit bleibt

Apothekenbranche in Deutschland wird immer stärker von Frauen geprägt

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In der deutschen Apothekenbranche nehmen Frauen eine immer dominierendere Rolle ein. Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist der Frauenanteil in der pharmazeutischen Ausbildung von 72 auf fast 78 Prozent gestiegen. Dieser Wandel spiegelt einen breiteren Trend in der geschlechtsspezifischen Verteilung des Berufs wider, in dem Frauen mittlerweile die überwiegende Mehrheit stellen – von Auszubildenden über approbierte Apothekerinnen bis hin zum Fachpersonal.

Doch trotz ihrer starken Präsenz sehen sich Frauen in diesem Bereich weiterhin mit Herausforderungen konfrontiert. Lohnungleichheiten bestehen fort, und die Vereinbarkeit von Beruf und unbezahltem Pflegeaufwand bleibt für viele ein Hindernis.

Im Jahr 2015 waren rund 72 Prozent der Pharmazie-Auszubildenden in Deutschland Frauen. Bis 2025 stieg dieser Anteil auf 78 Prozent, während der Männeranteil von 28 auf 22 Prozent sank. Der Trend beschränkt sich nicht auf die Ausbildung: Heute sind 74,1 Prozent der approbierten Apothekerinnen Frauen, und sie stellen 89,2 Prozent der Beschäftigten in öffentlichen Apotheken. Noch stärker weiblich geprägt sind die unterstützenden Berufe – 96,6 Prozent der Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) und 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind Frauen.

Trotz ihrer dominierenden Position verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer bei vergleichbarer Arbeit. Diese Differenz wird durch die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit verschärft. Studien zeigen, dass Frauen etwa zwei Drittel der Kinderbetreuung übernehmen, deutlich mehr Zeit in Haushaltsarbeiten investieren und den Großteil der Pflege von Angehörigen stemmen. Diese Verpflichtungen kollidieren oft mit starren Arbeitszeiten, sodass viele nach flexibleren Lösungen suchen.

Branchenverbände und Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen, darunter den Ausbau von Teilzeitmodellen, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können. Sie drängen die Politik zudem, das Recht auf Arbeitszeitreduzierung ohne Nachteile zu schützen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die gerechtere Anerkennung von Care-Arbeit in der Rentenberechnung, um langfristige finanzielle Benachteiligungen von Frauen im Sektor abzubauen.

Die Apothekenbranche in Deutschland wird mittlerweile von Frauen getragen – von den Auszubildenden bis zu den voll qualifizierten Fachkräften. Doch strukturelle Probleme wie Lohnungleichheit und unbezahlte Pflegearbeit harren weiterhin einer Lösung.

Um diese Herausforderungen zu bewältigen, sind konkrete Maßnahmen nötig: die Durchsetzung fairer Löhne, der Schutz von Teilzeitrechten und eine Reform der Rentensysteme, die Care-Arbeit angemessen würdigt. Ohne solche Veränderungen könnte die zunehmende Feminisierung des Sektors bestehende Ungleichheiten eher vertiefen als überwinden.

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