FDP will dreigliedriges Schulsystem in MV vor der Landtagswahl wiederbeleben
Maximilian BrandtFDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP will dreigliedriges Schulsystem in MV vor der Landtagswahl wiederbeleben
Die Freie Demokratische Partei (FDP) hat in Mecklenburg-Vorpommern vor der Landtagswahl am 20. September ein mutiges Bildungskonzept vorgestellt. Die Partei setzt sich dafür ein, die Regionale Schule – ein seit 2002 bestehendes System – abzuschaffen und stattdessen das traditionelle dreigliedrige Schulsystem mit Hauptschule, Realschule und Gymnasium wiederzubeleben. Gleichzeitig forderte Bundesvorsitzender Christian Dürr die FDP auf, sich als "radikale Alternative" zum politischen Establishment in Deutschland zu präsentieren.
Der Landesverband der FDP hat seine Bildungspolitik nach jahrelanger Forderung nach Reformen finalisiert. Seit mindestens 2021 spricht sich die Partei für die Abschaffung der Regionalen Schule aus, die Hauptschule und Realschule zu einem einzigen Bildungsweg zusammenlegte. Während die FDP in anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg in dieser Frage weniger klar positioniert ist, pocht der mecklenburg-vorpommersche Verband auf eine Rückkehr zum alten System. Kritiker betonen, das aktuelle Modell fördere Chancengleichheit, doch die FDP argumentiert, es könne die Leistungen der Schüler nicht ausreichend differenzieren.
Zudem will die Partei Förderschulen beibehalten, den konfessionellen Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach ersetzen, das alle Glaubensrichtungen abdeckt. Ein weiterer Vorschlag Dürrs sieht verpflichtende Deutschtests zwei Jahre vor der Einschulung vor. Er betonte, dass Sprachkompetenz frühzeitig sichergestellt werden müsse.
Über die Bildungspolitik hinaus forderte Dürr Reformen in der Migrationspolitik: Er sprach sich für erleichterte Zuwanderung von Arbeitskräften aus, gleichzeitig aber für strengere Regeln für diejenigen, die nicht in den Arbeitsmarkt einsteigen. Der Spitzenkandidat der FDP im Land, Jakob Schirmer, stellte indes die persönliche Freiheit in den Mittelpunkt des Wahlkampfs.
Doch der Partei steht ein harter Kampf bevor, um wieder in den Landtag einzuziehen. Aktuelle Umfragen sehen sie unter der Fünf-Prozent-Hürde, die für den Einzug ins Parlament nötig ist. Intern gibt es zudem Spannungen: Ein Antrag für den Bundesparteitag im Mai fordert Neuwahlen des Bundesvorstands.
Das Bildungskonzept der FDP stellt einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Politik in Mecklenburg-Vorpommern dar. Mit der Forderung nach Rückkehr zum dreigliedrigen Schulsystem und strengeren Sprachvorgaben setzt die Partei auf ein klares Profil vor der Septemberwahl. Ob dieser Kurs die Umfragewerte steigern und den Einzug ins Parlament sichern wird, bleibt abzuwarten.






