Schweiz plant Rückkehr von Veteranen – und kuriosen Zivilisten-Einsatz
Maximilian BrandtSchweiz plant Rückkehr von Veteranen – und kuriosen Zivilisten-Einsatz
Das Schweizer Parlament hat einen Plan genehmigt, ehemalige Soldaten auf freiwilliger Basis wieder in den Militärdienst zu integrieren. Mit dem Vorhaben soll die Landesverteidigung durch die Nutzung bestehender Fähigkeiten gestärkt werden. Unterdessen tourt der Komiker Simon Enzler mit seinem aktuellen Programm Brenzlig durchs Land – eine Mischung aus scharfem politischem Humor und seinem markanten Appenzeller Dialekt.
Die Initiative hat ungewöhnliche Vorschläge hervorgebracht, wie auch Zivilisten zur Verteidigung beitragen könnten. Von Golfspielern bis zu Großmüttern zeigt die Debatte kreative, wenn auch unerprobte Ideen, um die Einsatzbereitschaft des Landes zu erhöhen.
Die Entscheidung, pensionierte Soldaten wieder einzubinden, fiel nach der Zustimmung beider Parlamentskammern. Der Bundesrat wird nun einen detaillierten Plan ausarbeiten, wie diese Veteranen in die Armee zurückkehren könnten. Während der Fokus auf ausgebildetem Personal liegt, wurden auch unkonventionellere Rollen für Zivilisten diskutiert.
Zu den kurioseren Ideen zählt, Golfer als Scharfschützen einzusetzen, Landfrauen könnten Feldküchen leiten, und Großmütter könnten Tarnnetze stricken. Wanderer wurden für Guerilla-Taktiken wie das Verändern von Wegweisern vorgeschlagen, um Gegner in die Irre zu führen, während Gleitschirmflieger als ferngesteuerte Drohnen umfunktioniert werden könnten. Selbst das Alphorn – ein traditionelles Schweizer Instrument – wurde als mögliche akustische Waffe wegen seines durchdringenden Klangs ins Spiel gebracht. Leidenschaftliche Briefeschreiber und Verschwörungstheoretiker wiederum sollten einer Propagandaeinheit zugeteilt werden, um Desinformation zu verbreiten.
Die Debatte begleitet unterdessen Simon Enzlers laufende Comedy-Tournee. Sein elftes Programm, Brenzlig, verbindet Satire mit politischer Kommentierung, vorgetragen in seinem unverwechselbaren Appenzeller Akzent. Enzler, der 2007 mit dem renommierten Salzburger Stier ausgezeichnet wurde, hat sich einen Namen damit gemacht, Humor mit scharfsinnigen Beobachtungen über die Schweizer Gesellschaft zu verbinden. Sein aktuelles Programm reflektiert über lokale Eigenheiten bis hin zu übergeordneten nationalen Themen.
Kritiker des Militärplans argumentieren, dass dabei andere wertvolle Ressourcen der Schweizer Gesellschaft übersehen würden. Der Fokus liegt jedoch vorerst auf der Aufgabe des Bundesrats, eine umsetzbare Strategie für die Wiedereingliederung zu entwickeln.
Die freiwillige Rückkehr der Veteranen hängt vom künftigen Konzept des Bundesrats ab. Falls umgesetzt, könnte die Maßnahme Teile der Schweizer Verteidigungsstruktur neu gestalten. Die Diskussion lenkt zudem den Blick auf das breitere Potenzial des Landes – und die unerwarteten Wege, auf denen es mobilisiert werden könnte.
Enzlers Tournee zieht unterdessen weiterhin Publikum an und bietet eine satirische Perspektive auf dieselbe Gesellschaft, die nun über ihre militärische Zukunft diskutiert.






