Neue Rentenreform 2027: Warum Verbraucherschützer Alarm schlagen
Neue Rentenreform 2027: Warum Verbraucherschützer Alarm schlagen
Die jüngste private Rentenreform in Deutschland steht in der scharfen Kritik von Verbraucherschützern. Das neue Gesetz, das im Januar 2027 in Kraft treten soll, führt ein Renten-Investmentkonto ein, das durch Kapitalmärkte höhere Erträge erzielen soll. Doch Kritiker werfen der Regierung vor, alte Fehler zu wiederholen und die Interessen der Finanzbranche über die der normalen Sparer zu stellen.
Im Mittelpunkt der Reform stehen privat verkaufte Finanzprodukte – ähnlich wie beim umstrittenen Riester-Rentenmodell. Die 2005 eingeführte Riester-Rente umfasste bis 2025 rund 17 Millionen Verträge mit einem verwalteten Vermögen von 30 bis 40 Milliarden Euro. Dennoch beteiligten sich nur 20 bis 25 Prozent der berechtigten Deutschen, abgeschreckt durch hohe Gebühren, magere jährliche Renditen von 1 bis 2 Prozent und undurchsichtige Vertragsbedingungen.
Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat den neuen Plan scharf verurteilt. Er befürchtet, dass vor allem finanziell unerfahrene Sparer keine Vorteile daraus ziehen werden, und wirft dem Finanzministerium vor, die Agenda der Finanzlobby zu bedienen. Die Abhängigkeit von privaten Produkten berge das Risiko, dass viele Sparer am Ende schlechter dastehen, warnt er.
Das Renten-Investmentkonto verspricht zwar höhere Marktrenditen, stößt aber bereits auf Skepsis. Verbraucherorganisationen argumentieren, es wiederhole die Schwächen der Riester-Rente, die trotz jahrzehntelanger staatlicher Förderung die Alterssicherung nicht spürbar verbessert habe.
Die neuen Rentenoptionen sollen Anfang 2027 starten. Sollten sich Beteiligung und Erträge ähnlich entwickeln wie bei der Riester-Rente, könnten Millionen Sparer erneut enttäuscht werden. Kritiker betonen, die Reform setze die Gewinne der Branche über die finanzielle Absicherung weniger erfahrener Anleger.
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