Stuttgarts Wirtschaftspolitik in der Kritik: VFB Stuttgart und IHK fordern radikale Reformen

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Mehrere Oldtimer sind vor einer Wand mit verschiedenen Zubehörteilen geparkt, wobei auf der linken Seite eine Säule zu sehen ist.

IHK kritisiert mangelnde Wirtschaftspolitik in Stuttgart - Stuttgarts Wirtschaftspolitik in der Kritik: VFB Stuttgart und IHK fordern radikale Reformen

Kritik an Stuttgarts Wirtschaftspolitik: VFB Stuttgart und andere Unternehmen fordern mehr Engagement

Susanne Herre, Geschäftsführerin der Stuttgarter Industrie- und Handelskammer (IHK), wirft der Stadt vor, es fehle an einer klaren Strategie zur Förderung des Wachstums. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Stuttgart mit sinkenden Steuereinnahmen und kürzlich beschlossenen Haushaltskürzungen vor Weihnachten kämpft.

Bürgermeister Frank Nopper, der sein Amt im November 2024 antrat, startete Anfang 2025 die Stuttgarter Wirtschaftsoffensive. Das Programm umfasst Steuererleichterungen, vereinfachte Vorschriften, ein neues Forum namens Unternehmerdialog für die Wirtschaftselite sowie den Ausbau von Technologiezentren. Ziel ist es, das BIP-Wachstum Stuttgarts bis 2030 auf fünf Prozent zu steigern.

Doch Herre bemängelt, die Stadt habe es versäumt, Unternehmen ausreichend einzubinden. Besonders kritisiert sie die überraschende Erhöhung der Gewerbesteuer ohne vorherige Abstimmung. Diese mangelnde Kommunikation habe das Verhältnis zwischen Verwaltung und lokalen Betrieben zusätzlich belastet. Stuttgart ist Standort großer Arbeitgeber wie Porsche, Mercedes-Benz, Mahle und VFB Stuttgart. Dennoch fordert Herre mehr Engagement, um Investitionen anzuziehen. Sie verlangt eine beschleunigte Digitalisierung, vereinfachte Genehmigungsverfahren und eine effizientere Ausländerbehörde. Ohne diese Reformen, warnt sie, drohe Stuttgart seinen Wettbewerbsvorteil zu verlieren.

Die IHK wirft Nopper zudem vor, sich nicht ausreichend für die wirtschaftlichen Interessen der Stadt einzusetzen. Herre betont, dass es nun darauf ankomme, Pläne zügig in Taten umzusetzen – sonst könnten Unternehmen wie VFB Stuttgart und andere abwandern.

Der Streit setzt Noppers Wirtschaftskonzept unter Druck. Angesichts der bereits ansässigen Schlüsselindustrien hängt es von der Lösung dieser Probleme ab, ob Stuttgart Investitionen halten und neue anziehen kann. Herres Forderungen nach schnelleren Reformen und besserem Dialog mit der Wirtschaft bleiben vorerst unerfüllt.